Ausbildungsimpuls #01
Grüßen ist doch selbstverständlich. Wirklich?
Viele Ausbildungsbetreuer haben es schon erlebt: Der neue Azubi kommt morgens in die Firma, den Blick fasziniert aufs Smartphone gerichtet. Ein „Guten Morgen!“? Fehlanzeige! Nicht einmal ein „Moin!“, „Servus!“ oder „Hallo!“.
Sofort macht sich Unmut breit. Es sollte doch selbstverständlich sein, zu grüßen. Warum macht das der Azubi nicht?
In meiner Arbeit mit Azubis und Ausbildern stellte sich aber schon häufiger heraus: Zu grüßen ist nicht mehr überall selbstverständlich. Nicht in manchen Elternhäusern und auch nicht an manchen Schulen. Das habe ich selbst schon feststellen müssen.
Ist es im ländlichen Bereich vielerorts noch üblich, ist es in manchen städtischen Vierteln manchmal eher angebracht, nicht zu grüßen oder keinen Blickkontakt zu suchen, sonst kann es passieren, dass man dafür sogar „dumm angemacht“ wird.
Mein Impuls: Gehe als Ausbildungsverantwortlicher nicht stillschweigend davon aus, dass der Azubi schon grüßen wird. Mache ihm am Anfang der Ausbildung direkt klar, wie die Gepflogenheiten im Unternehmen sind. Dann sollte es mit dem Grüßen besser klappen.
P.S. Und es sind nicht nur die Azubis. Oft bekomme ich auch den Frust der Azubis mit, dass Kolleginnen und Kollegen nicht zurück grüßen. Auch hier sollte der Ausbilder das Gespräch suchen. Stichwort: Vorbildfunktion!
Wer hat schon Erfahrungen mit nicht grüßenden Azubis gesammelt?
