Ausbildungsimpuls #05
Beurteilungsgespräch? Das machen wir zwischen Tür und Angel.
Beurteilungsgespräche gehören zur Ausbildung dazu. Zumindest theoretisch. In der Praxis sieht es manchmal anders aus: Der Azubi wird kurz vor Feierabend abgefangen. „Heute war ja dein letzter Tag bei uns. War soweit ganz gut. Ein bisschen mehr Eigeninitiative wäre schön gewesen. Sonst hat es gepasst.“
Und schon ist das Beurteilungsgespräch erledigt. Oder eben auch nicht. Denn ein gutes Beurteilungsgespräch ist mehr als ein kurzer Zwischenstand. Es ist Orientierung. Rückmeldung. Ein Abgleich zwischen Selbstbild und Fremdbild.
Und genau deshalb reicht es nicht, erst am Ende einer Abteilung zu sagen: „Ich hätte mir gewünscht, dass du …“ Dann ist es für Entwicklung oft zu spät.
Sinnvoll sind permanentes Feedback und mindestens ein Zwischengespräch. So bekommt der Azubi noch während des Einsatzes die Chance, etwas zu verändern, auszuprobieren und besser zu machen.
Was ich auch gut finde: Wenn gemeinsam konkrete Ziele vereinbart werden, an denen der Azubi bis zum nächsten Gespräch arbeiten möchte. Nicht als Drohung. Sondern zur Entwicklung. „Ich will sicherer am Telefon im Kundenkontakt werden.“
Und ganz wichtig: Der Azubi muss einbezogen werden. Ein Beurteilungsgespräch ist keine Einbahnstraße.
Deshalb mein Impuls: Nehmt euch für Beurteilungsgespräche bewusst Zeit. Plant nicht nur ein Abschlussgespräch, sondern auch ein Zwischengespräch ein. Denn wer Entwicklung erwartet, sollte nicht erst am Ende sagen, was vorher hilfreich gewesen wäre.
Wie führt ihr die Beurteilungsgespräche?
